Freitags-Sträuße

Die Geschichte meines Projekts und warum ich dieses Jahr einfach nicht dazukomme, meine Sträuße regelmäßig zu binden.

Als ich 2016 mein kleines Studio in Gräfelfing bezog, konnte ich endlich mit echten Blumen arbeiten und nicht nur darüber schreiben. Die Idee meiner Greenfingers-Freitagssträuße war geboren.

 

Jeden Freitagmorgen fuhr ich auf den Münchner Blumengroßmarkt, suchte die schönsten saisonalen Blumen aus und band damit meine Sträuße. Um meiner Kundschaft einen Mehrwert zu bieten, bereitete ich zu jedem Strauß einen Infozettel vor, auf dem ich jede verwendete Blume vorstellte und dazu noch einen speziellen Pflegetipp gab.

Im Lauf der Zeit hatte ich einen kleinen, feinen Kundenstamm gewonnen, der mir auch treu blieb, als mir mein Studio gekündigt wurde und ich meine Sträuße zunächst über den Concept Store Geschenketräume vertrieb und mit Beginn der Corona-Pandemie dann persönlich auslieferte.

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Durch Entdeckung der internationalen Slowflower-Bewegung begann ich mir Gedanken über die Herkunft der Blumen zu machen und in Frage zu stellen, ob wir im Winter tatsächlich frische Blumen brauchen, die von weither importiert werden, aber nicht mehr viel mit natürlichen Blumen zu tun haben. Also beschränkte ich meine Straußbinderei auf die Saisonmonate zwischen April und Oktober, eine Zeit in der man Blumen aus regionalem Anbau bekommt.

 

Gerne hätte ich ein Buch über die Slowflower-Bewegung geschrieben, aber fand einfach keinen Verlag dafür. Da meine Tochter Sophie – eine Grafikdesignstudentin – wegen der Corona-Einschränkungen keinen Praktikumsplatz bekam, taten wir uns zusammen und haben einfach unser eigenes Blumenmagazin gestaltet, das alle uns wichtigen Themen enthält und ebenso faszinierende wie inspirierende Menschen vorstellt.

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Mit unserer Erstausgabe in Herbst 2020 trafen wir den Geschmack vieler Blumenfreund_innen und davon ermutigt, geben wir 2021 vier Ausgaben heraus.

Wir vertreiben unser Magazin bisher ausschließlich über unseren Shop sowie ausgewählte Concept Stores und Blumenläden. Das ist für mich der nachhaltigste, aber auch arbeitsintensivste Weg,

Wenn ich die Bilder meiner Sträuße sehe, juckt es mich schon sehr in den Fingern und ich würde am liebsten losfahren und wieder meine Sträuße zusammenstellen. Sobald ich ein bisschen Luft habe, werde ich das von Zeit zu Zeit auch wieder machen und über meinen Instagram-Account ankündigen.

Wer trotzdem nicht auf blumige Inspirationen verzichten möchte, dem empfehle ich sehr gerne unser Magazin let it bloom., produziert im unabhängigen Eigenverlag und mit Farben auf Pflanzenölbasis auf zertifiziertem Recyclingpapier gedruckt.

Auf der Seite des let it bloom.-Magazins kann man es bestellen.